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Astro-Woche bei „KiKA LIVE“ – KiKA begleitet die Initiative „Die Astronautin“ / Chat mit Dr. Suzanna Randall
7 Oktober 2019

Astronautinnen trainieren für wissenschaftliche Forschung auf der ISS

© Airbus

Mit einem Training an den Experimentieranlagen der ISS bei Airbus Friedrichshafen haben sich die beiden Astronautinnen vom 21. – 25. Februar auf die wissenschaftliche Forschung auf der ISS vorbereitet.

Friedrichshafen, 25. Oktober 2019

Welche Experimentieranlagen gibt es auf der ISS? Was wird dort aktuell erforscht, und wie profitiert eigentlich die Bevölkerung am Boden von den Ergebnissen der Forschung? Wie funktioniert die Sauerstofferzeugung im All? Diese Fragen und noch vieles mehr werden die beiden deutschen Astronautinnen Dr. Insa Thiele-Eich und Dr. Suzanna Randall nach ihrem Training bei Airbus in Friedrichshafen beantworten können. „Dieses Training bereitete uns speziell auf unsere Tätigkeit als Wissenschaftlerin auf der ISS vor“, erklärt Dr. Suzanna Randall.

Mit der Absolvierung dieses Trainingsblocks ist ein großer Teil des Basistrainings der Astronautinnen abgeschlossen. Für 2020 ist der Start des weiterführenden Trainings im Astronautentrainingszentrum der NASA in Houston geplant. Im Frühling 2021 soll eine der beiden Astronautinnen zur ISS starten. Bisher flogen elf deutsche Männer ins All. Jetzt ist die deutsche Politik aufgefordert, ihren Beitrag zur Gleichberechtigung im Weltraum zu leisten und die Finanzierung der Startkosten sicher zu stellen. „Der nächste Deutsche im All soll eine Frau sein – insbesondere wenn die Mission aus deutschen Steuergeldern finanziert wird“, stellt Gründerin der Initiative Claudia Kessler fest. „Wir bieten mit unserer Initiative der deutschen Politik die Chance, ein deutliches Zeichen für Frauen in technischen Berufen zu setzen“, ergänzt Insa Thiele-Eich.

Die Forschung auf der ISS reicht von Materialwissenschaften, Fluid-, Quanten- und Astrophysik, Verbrennungsvorgängen über die Lebenswissenschaften mit Medizin, Biologie/Biotechnologie, Astrobiologie, Fernerkundung, Klimatologie, Technologie-erprobungen bis hin zu vielfältigen Bildungsinitiativen.

Auf ihre Mission vorbereitet werden Dr. Insa Thiele-Eich und Dr. Suzanna Randall von dem Astronautentrainer Dr. Peter Eichler, der schon seit 2016 das Team ‚Die Astronautin‘ betreut. In Zusammenarbeit mit Airbus hat Dr. Eichler das Trainingsprogramm auf die Bedürfnisse der Astronautinnen maßgeschneidert. Airbus unterstützt ‚Die Astronautin‘ seit September 2017 und bringt seine Erfahrung im Betrieb der Raumstation, der Forschungsanlagen auf der ISS und sein Know-how im Astronautentraining in das Programm ein.

Airbus in Friedrichshafen entwickelt und betreibt Forschungsanlagen auf der ISS. So lernten die beiden Astronautinnen beispielweise das Lebenserhaltungssystem ACLS kennen. ACLS ist ein Technologiedemonstrator für Lebenserhaltungssysteme, der bei Airbus für die europäische Weltraumorganisation ESA entwickelt wurde. Die Subsysteme der Anlage

entfernen Kohlendioxid aus der Luft, erzeugen neuen Sauerstoff zum Atmen und produzieren Wasser. Methan ist ein Nebenprodukt, das entweder weiter verwendet werden kann oder über Bord gegeben wird. Mit dem Beginn kommerzieller Raumflüge in der nahen Zukunft müssen die bestehenden Systeme, die auf 6 Astronauten ausgelegt sind, ergänzt werden um die Kabinenluftqualität auch bei vergrößerten Besatzungen zu erhalten. Der Technologiedemonstrator ein wichtiger Schritt in der Entwicklung von Lebenserhaltungssystemen mit geschlossenem Kreislauf für astronautische Flüge über den erdnahen Weltraum hinaus.

Mit CIMON war erstmals ein sich autonom fortbewegender astronautischer Flugbegleiter an Bord der Internationalen Raumstation. Das Technologie-Experiment demonstrierte die Zusammenarbeit von Menschen und intelligenten Maschinen. CIMON kann Astronauten unterstützen, indem er beispielsweise Prozeduren oder Anleitungen zu wissenschaftlichen Experimenten und Reparaturen darstellt und erklärt

Bei TRIPLELUX geht es um die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf das Immunsystem. In einer Zentrifuge werden Immunzellen (Makrophagen) einem Wechsel zwischen Schwerelosigkeit und Gravitationskräften wie auf der Erde ausgesetzt.

Über ‚Die Astronautin‘

Die Initiative ‚Die Astronautin‘ hat zum Ziel, die erste deutsche Frau auf eine Forschungsmission zur ISS zu entsenden. Dort wird sie wissenschaftliche Untersuchungen zu verschiedenen Themen durchführen, unter anderem zur Reaktion des weiblichen Körpers auf Schwerelosigkeit. Die beiden Astronautinnen sind Vorbilder, um Frauen und Mädchen für technische Berufe und ein naturwissenschaftliches Studium begeistern. Die erste deutsche Astronautin ins All zu bringen ist ein herausragendes Engagement für Gleichberechtigung, Diversität und Interdisziplinarität in technologischen Berufen. Sie macht Mädchen und jungen Frauen Mut, MINT-Fächer zu studieren und sich in die Zukunftsgestaltung einzubringen. Es geht aber um weit mehr als die Förderung von Frauen im technischen Bereich. Die Initiative ist von gesellschaftspolitischer Relevanz, denn sie ist Vorbild für Mädchen und Frauen. Sie demonstriert, dass es möglich ist, die eigenen Ziele und Wünsche zu verwirklichen, und sie fordert auf, auch vor scheinbar großen Hürden nicht zurückzuschrecken. Nicht nur in technischen Berufen sind bislang Frauen auf Führungsebene noch unterrepräsentiert, das gilt auch für weite Teile der Wirtschaft.

Hinter der Initiative stehen die Stiftung erste deutsche Astronautin gGmbH und das Bremer Raumfahrt-Start-Up Astronautin GmbH. Seit April 2017 arbeitet in Bremen ein Team von mehr als zehn Ingenieuren und Ingenieurinnen daran, die beiden Astronautinnen auf ihre Mission vorzubereiten.

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Astronautin GmbH

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